Russische Filmwoche Berlin
Filme des
Hauptprogramms

Filmvorführungen:

Kino International *
28.11.12 | 19:30 Uhr

Russisches Haus *
01.12.12 | 20:00 Uhr

Filmtheater am Friedrichshain *
02.12.12 | 19:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Stahlschmetterling (Stalnaja babotschka)

Eröffnungsfilm

Psychothriller2012, 100 min., OmU
Regie: Renat Dawletjarow
Hauptrollen: Dascha Melnikowa, Anatolij Belyj, Darja Moros
Chanin ist Offizier in der strafrechtlichen Untersuchungskommission einer Polizeistation am Rande von Moskau. Er ist etwa 40 Jahre, Single, ohne Ersparnisse, ohne Ansehen und fast ohne Freunde. So bleibt ihm nur noch die Arbeit, in die er sich jeden Tag stürzen kann.

Bei der Verfolgung eines Serienmörders, der sein Unwesen in der Stadt treibt, kommt ihm unerwartet ein Waisenmädchen zu Hilfe. Auf ihrem langen und nicht ungefährlichen Weg durch die Stadt geraten sie immer wieder aneinander – äußerst unterschiedlich im Charakter, wird dabei sehr schnell klar wie ähnlich ihre Weltanschauung ist. Und die Herausforderungen, denen sie sich gemeinsam stellen müssen, zwingen sie, ihrem wahren Ich ins Auge zu sehen.

Mit diesem packenden und gleichzeitig – nach russischer Art – etwas melancholischen Kriminaldrama zeigt der berühmte russische Produzent Renat Dawletjarow, dass er auch als Regisseur beeindrucken kann.

Filmvorführungen:

Filmtheater am Friedrichshain *
29.11.12 | 19:00 Uhr

Russisches Haus *
30.11.12 | 20:00 Uhr

Russisches Haus
01.12.12 | 18:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Vor dem Himmelsgericht (Nebesnyj sud)

Drama 2012, 94 min., OmU
Regie: Aljona Swanzowa
Hauptrollen: Konstantin Chabenskij, Michail Poretschenkow, Daniela Stojanowitsch, Ingeborga Dapkunajte
Das Himmelsgericht entscheidet, ob die Seele eines Verstorbenen in den Himmel, den „Ort der Ruhe“, aufsteigen darf oder in der Hölle, dem „Ort der Gedanken“, schmoren muss. Entschieden wird – wie auf der Erde – mit einem Verfahren samt Anwälten, einem Schwurgericht, einem Richter und befragten Zeugen.

Im Gericht treffen die beiden befreundeten Rechtsanwälte Andrej und Benjamin aufeinander, die sich zwar beruflich bekämpfen müssen, aber durch ihre gemeinsame Vergangenheit verbunden sind. Ein besonderer Fall bringt Andrej an seine Grenzen: Auf der Anklagebank nimmt ausgerechnet der Mann Platz, der seiner Witwe einen Heiratsantrag gemacht hat.

Swanzowas Drama lässt sich als philosophische Parabel über zwischenmenschliche Beziehungen interpretieren. Selbst vor dem Himmelsgericht sind die Beteiligten genauso voreingenommen, wie die Menschen auf der Erde. Sie lassen sich von ihren persönlichen Vorlieben und Abneigungen leiten und nutzen Gerichtsverfahren, um persönliche Probleme zu lösen.

Filmvorführungen:

Filmtheater am Friedrichshain
30.11.12 | 19:00 Uhr

Russisches Haus *
03.12.12 | 20:00 Uhr

Filmtheater am Friedrichshain *
04.12.12 | 21:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Atom-Iwan (Atomnyj Iwan)

Lyrische Komödie 2012, 91 min., OmU
Regie: Wasilij Barchatow
Hauptrollen: Julia Snigir, Grigorij Dobrygin, Jekaterina Wasiljewa u.a.
Die beiden jungen Wissenschaftler Iwan und Tanja sind ein Paar. Sie arbeiten gemeinsam in einem Atomkraftwerk. Während sich die ehrgeizige Tanja für die Atomenergie begeistert, interessiert sich Iwan nur für seine Angebetete. Tanja will so nicht weitermachen und trennt sich von dem flatterhaften jungen Mann. Erst als der Moskauer Regisseur Arkadij in das Leben der beiden tritt, geschieht Unerwartetes.

In der Rolle des Iwan brilliert Grigorij Dobrygin, der dem deutschen Publikum dank seines Films „How I Ended This Summer“ („Kak ja prowjol etim letom“) bekannt sein dürfte. Für seine Performance wurde 2010 bei Berlinale mit dem Silbernen Bär als „Bester Darsteller“ ausgezeichnet.

ATOM-IWAN ist der erste Spielfilm überhaupt, der in einem echten, funktionierenden Atomkraftwerk gedreht wurde. Regisseur Wasilij Barchatow absolvierte bis 2005 sein Studium an der Russische Universität für Theaterkunst (GITIS). Mit gerade mal 27 Jahren führte er bereits bei mehr als zehn Opern Regie. Der Spielfilm ATOM-IWAN ist sein Debüt auf der Leinwand.

Filmvorführungen:

Filmtheater am Friedrichshain *
01.12.12 | 21:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Horde (Orda)

Mystisches Drama 2012, 125 min., OmU
Regie: Andrej Proschkin
Hauptrollen: Maksim Suchanow, Andrej Panin, Witalij Chaew, Alexandr Jazenko, Rosa Chairullina
Mitte des 14. Jahrhunderts. Ein großer Teil Eurasiens leidet unter den blutigen Eroberungen und den vernichtenden Abgaben der Goldenen Horde, so auch das Moskauer Fürstentum. Als die Khanin Taidula erblindet, kann keiner aus ihrem Umfeld sie heilen. Die einzige Hoffnung liegt nun auf dem „Moskauer Wunderheiler“, dem Metropolit Alexij. Von ihm hängt das Schicksal des gesamten Fürstentums ab. Aber wohin diese Reise in eine fremde Welt am Ende führt, das weiß auch Alexij nicht.

Der Regisseur und Drehbuchautor Andrej Proschkin absolvierte die Höheren Kurse für Drehbuch und Regie. Er war Koregisseur für die Filme AMERIKANISCHE TOCHTER (1995) von Karen Schachnasarow und für DIE RUSSISCHE REVOLTE (2000) von Alexander Proschkin. 2002 debütierte er mit dem Spielfilm SPARTACUS UND KALASHNIKOW. Seine Filmografie beinhaltet Werke wie MOTH GAMES (2004), MINNESOTA (2009) und ORANGENSAFT (2010). Beim 34. Moskauer Internationalen Filmfestival erhielt HORDE den SILBERNEN ST. GEORG für die beste Regie.

Filmvorführungen:

Filmtheater am Friedrichshain *
03.12.12 | 19:00 Uhr

Russisches Hauss *
04.12.12 | 18:00 Uhr

Filmtheater am Friedrichshain
05.12.12 | 21:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Notzustand (Awarijnoje sostojanije)

Drama 2012, 100 min., OmU
Regie: Wsewolod Benigsen
Hauptrollen: Aleksej Kolubkow, Nadeschda Gorelowa, Alexandr Makogon, Julia Wosnesenskaja
Eine kleine Provinzstadt. Trotz des dringend renovierungsbedürftigen Zustandes eines Hauses wohnen noch immer Menschen darin. Als die Lokalpolitiker sich mit der Wohnsituation auseinandersetzen, geht das Leben der Bewohner des fünfstöckigen Hauses in die Brüche.

Vier Episoden erzählen vom Schicksal der Hausbewohner, die vor eine moralische Entscheidung gestellt werden. Ein Ehepaar baut aus Fahrlässigkeit einen Autounfall mit fatalen Folgen. Der Arzt des örtlichen Krankenhauses wird mit seiner ehemaligen Geliebten als Patientin konfrontiert, die noch dazu schwanger ist. Ein Vater will seine neugeborene Tochter vor ihrer schlampigen Alkoholiker-Mutter schützen, und dabei verlieren mehrere Menschen ihr Leben. Und der Junge Wasja darf sein Spiegelbild nicht sehen. Ein spannungsgeladener Thriller, unkonventionell und verblüffend.

Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur Wsewolod Benigsen studierte zunächst Schauspiel an der Russischen Universität für Theaterkunst (GITIS), bevor er an die Russische Staatliche Universität für Kinematographie (VGIK) und zum Fach Drehbuch und Regie wechselte, das er 1996 abschloss. Autor einiger Romane (GENOZID, RAJAD, WITSCH). NOTZUSTAND ist sein Spielfilmdebüt.

Filmvorführungen:

Russisches Haus
29.11.12 | 18:00 Uhr

Filmtheater am Friedrichshain
04.12.12 | 19:00 Uhr

Russisches Haus
05.12.12 | 18:00 Uhr

Parallelwelten (Parallelnyje miry)

Melodram 2012, 85 min., OmU
Regie: Jermek Amanschaew
Hauptrollen: Aljona Babenko, Berik Ajtshanow, Jewgenij Stytschkin, Arman Asenow, Alija Telebarisowa
Ein geheimnisvoller Fremder erscheint vom Balkon aus und verändert auf außergewöhnliche Weise nicht nur ihre Zimmereinrichtung, sondern auch ihr ganzes Leben. Kaum hat er den Weg in ihr Herz gefunden, verschwindet der Unbekannte – und sie bleibt mit einer Frage zurück: War dies das Treffen von zwei zusammengehörigen Hälften oder nur der zufällige Besuch aus einer Parallelwelt?

Jermek Amanschajew – Doktor der Philologie, Direktor von AG „Kazakhfilm“ seit 2008. Autor zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten, Theaterstücke (u.a. VERWANDLUNG nach F. Kafka) und Dokumentarfilme. Produzent des historischen Langspielfilms MYN BALA (2012), der für Kasachstan ins Rennen um den OSCAR geht, sowie von PRYSCHOK AFALINY (2009) und KELIN (2009).

Filmvorführungen:

Filmtheater am Friedrichshain *
29.11.12 | 21:00 Uhr

Russisches Haus *
30.11.12 | 18:00 Uhr

Filmtheater am Friedrichshain
02.12.12 | 21:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Bis dass die Nacht uns scheidet
(Poka notsch ne raslutschit)

Satirische Komödie2012, 65 min., OmU
Regie: Boris Chlebnikow
Hauptrollen: Alexandr Jazenko, Jewgenij Sytyj, Sachat Dursunow, Aljona Dolezkaja, Marija Schalaewa
Im pompösesten Restaurant der Stadt trifft sich Moskaus Schickeria: frustrierte Geschäftsmänner mit ihren verhassten Familien, Produzenten, die keine Ahnung haben wen oder was sie drehen könnten, Moskauer Partygirls nach ihren regelmäßigen Clubgängen. Die Kellner schweben durch die Gänge, bedienen die Gäste mit einer oberflächlichen Freundlichkeit und sind dabei vollkommen versunken in ihren eigenen Gedanken und Sorgen.

Mit leichter Hand versammelt der Regisseur in BIS DIE NACHT UNS SCHEIDET die typischen Vertreter der modernen Moskauer Gesellschaft. Die schonungslose Enthüllungskomödie, die auf Grundlage wahrer Begebenheiten gedreht wurde, zeigt Moskau genau so wie es ist. Und der Zuschauer darf selbst entscheiden, wo sich das wahre Leben und ehrliche Gefühle abspielt: in dem luxuriösen Saal des Restaurants oder in der Küche bei den illegalen Einwanderern.

Boris Chlebnikow, Regisseur und Drehbuchautor, ist Absolvent der VGIK. Das Drehbuch seines Spielfilmdebüts KOKTEBEL, den er gemeinsam mit Alexej Popogrebskij drehte, gewann bei der Berlinale den Preis der Europäischen Filmakademie. Sein erster eigener Film SWOBODNOJE PLAWANIJE / FREISCHWIMMEN (2006) erhielt den Preis für die Beste Regie beim Festival des Russischen Films Kinotawr in Sotschi. In diesem Jahr war BIS DASS DIE NACHT UNS SCHEIDET dort wieder im Wettbewerb und eröffnete das Festival.

Filmvorführungen:

Russisches Haus *
02.12.12 | 20:00 Uhr

Filmtheater am Friedrichshain *
03.12.12 | 21:00 Uhr

Filmtheater am Friedrichshain
05.12.12 | 19:00 Uhr

Russisches Haus
05.12.12 | 18:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Die Erzählungen (Rasskasy)

Gesellschaftssatire 2012, 105 min., OmU
Regie: Michail Segal
Hauptrollen: Andrej Merslikin, Darja Nosik, Andrej Petrow
Ein junger Schriftsteller gibt ein Manuskript mit vier Kurzgeschichten in einem großen Moskauer Verlagshaus ab. Dort bleibt es liegen und die Erzählungen beeinflussen auf mysteriöse Art und Weise das Leben derjenigen, die darin lesen. Vier Episoden, die mit einem satirischen Blick zeigen, was die russische Gesellschaft ausmacht: ein im wahrsten Sinne des Wortes zündender Puschkin, der Staatspräsident als gottgleicher Schimmelreiter, Liebende mit großem Alters-, aber auch Bildungsabstand und Schmiergelder, die ihren (Kreis-)Lauf durch alle Gesellschaftsschichten nehmen.

Eine brillante Satire auf die russischen Verhältnisse und ein frischer Wind in der Filmlandschaft Russlands! Und vor allem der Beweis, dass die Kulturschaffenden jede Menge Inspiration aus diesen auch für sie nicht einfachen Zeiten ziehen.

„Erzählungen“ ist der zweite Spielfilm des Schriftstellers und Regisseurs Michail Segal. Mit dem Preis für das beste Drehbuch beim größten Festival für russischen Film Kinotavr in Sotschi bestätigte er den Erfolg seines Spielfilmdebüts „Franz und Polina“, der 2006 mehrere internationale Auszeichnungen erhielt. Segal ist außerdem einer der angesagtesten Videoclip-Regisseure Russlands, er arbeitete mit den bekanntesten Rockbands und Hip Hop Künstlern zusammen: unter anderem mit Kasta, dessen Leadsänger Wladislaw Leschkewitsch nicht nur den Schriftsteller in „Erzählungen“ spielt, sondern auch die Musik zum Film lieferte.

Filmvorführungen:

Filmtheater am Friedrichshain *
01.12.12 | 19:00 Uhr

Russisches Haus *
02.12.12 | 18:00 Uhr

Russisches Haus
04.12.12 | 20:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Nichtstuer (Besdelniki)

Jugend-Melodram2011, 93 min., OmU
Regie: Andrej Sajzew
Hauptrollen: Anton Schagin, Polina Filonenko, Andrej Schibarschin
„Nichtstuer“ – das ist nicht nur ein Song der legendären russischen Band „Kino“, sondern das sind auch Serjoscha und Sascha. Dafür genießen sie das Leben in vollen Zügen, sonnen sich gern auf dem Dach und feiern Partys bei Freunden in der Küche. Doch dann tritt die Liebe in ihr Leben, leider in Form ein und desselben Mädchens. Und plötzlich wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, denn keiner von beiden kann jetzt noch ohne sie leben… Eine poetische Geschichte vom Erwachsenwerden, nach den Motiven der frühen Lieder von „Kino“.

Andrej Sajzew ist eigentlich Dokumentarfilmer. Der Gedanke zu „Nichtstuern“ kam ihm 2007, nachdem er eine CD mit den frühen Titeln von „Kino“ gehört hatte – seinen Jugendhelden. Sein Spielfilmdebüt, für das er sowohl Drehbuch schrieb als auch Regie führte, erhielt den Preis der Kinogilde beim Festival „Fenster nach Europa“ in Wyborg, dem zweiten Festival des russischen Films neben Kinotavr in Sotschi.

Filmvorführungen:

Russisches Haus *
29.11.12 | 20:00 Uhr

Filmtheater am Friedrichshain *
30.11.12 | 21:00 Uhr

Russisches Haus
03.12.12 | 18:00 Uhr

* Filmschaffende anwesend

Das Gespräch (Rasgowor)

Psychodrama2011, 80 min., OmU
Regie: Sergej Komarow
Hauptrollen: Goscha Kuzenko, Anna Kanaris
Als Boris wieder zu sich kommt, findet er sich hinter Gittern wieder. Drei Tage zuvor überfuhr er jemanden während einer rasanten Autofahrt. Aber er kann sich nicht erinnern, weder an den Unfall noch an die Stunden vor und nach der Kollision. Doch alles wird ein wenig klarer, als seine Frau ihm einen Besuch abstattet. Sie erzählt Boris, dass er sich für ein Verbrechen, das er in der Vergangenheit begangen hat verantworten muss. Und diese Strafe ist viel schlimmer als das Gefängnis.

Der Regisseur Sergej Komarow hat mehrfach sehr erfolgreich für das russische Fernsehen gearbeitet. Seine Regiekunst wurde im Jahr 2009 mit der Laurel Branch Auszeichnung für „Metro“, seinen Dokumentarfilm über die Geschichte der Moskauer Metro, gekrönt. „Das Gespräch“ ist Sergej Komarows Spielfilmdebüt.

Wann und Wo?

Das Hauptprogramm:
28.11.–05.12.12
Kino International
Filmtheater am Friedrichshain
Russisches Haus

Eintrittspreise:
Eröffnungsfilm: 10,- €
Andere Filmvorführungen: 8,- €