Hauptprogramms
Am Rande der Welt – Kraj
Eröffnungsfilm
Regie: Alexej Utschitel
Hauptrollen: Wladimir Maschkow, Anjorka Strechel, Julia Peresild, Aleksandr Baschirow, Sergej Garmasch, Alexej Gorbunow, Wjatscheslaw Krikunow u.a.
Filmvorführung:
Kino International 24.11.10 19:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus 25.11.10 18:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Broadway Kino 30.11.10 20:30 Uhr
Herbst 1945. Der Krieg ist gerade ein paar Monate vorbei. Ignat, Frontheimkehrer, verschlägt es in eine kleine Siedlung im tiefsten Sibirien, einen Verbannungsort für
alle diejenigen, die unter Stalin aus unterschiedlichen Gründen des Vaterlandsverrats bezichtigt wurden...
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Ein gewaltiger Film mit imposanten Landschaftsaufnahmen und atemberaubenden Szenen, in denen echte Vorkriegs-Lokomotiven durch die Taiga jagen – der aber vor allem eines zeigen will: den Kampf der Menschen um ihre Freiheit und ihre Träume sowie um das Recht, anders zu sein. „In erster Linie wollte ich zeigen, dass es keine ‚Feinde‘ gibt, dass man jeden Menschen lieben kann“, so Regisseur Alexej Utschitel, der sich spätestens seit seinem Film „Gefangen“ („Plennyj“, 2008) einen Namen auch in der internationalen Filmlandschaft gemacht hat. Für seinen neuen Film hat er ein Staraufgebot an russischen Schauspielern mobil machen können. In der Rolle der Deutschen sehen wir übrigens die vielversprechende deutsche Theater- und Filmschauspielerin Anjorka Strechel, die im Filmbusiness bereits als „European star of tomorrow“ gehandelt wird.
Die Dreharbeiten für „Am Rande der Welt“, eine der teuersten und aufwendigsten Produktionen in der russischen Filmgeschichte, dauerten fast zwei Jahre und am Ende war das Drehbuch sage und schreibe 109 Mal umgeschrieben worden. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: Im Oktober wurde der Film von der Russischen Filmakademie als russischer Beitrag für den Wettbewerb um den „Oscar für den besten fremdsprachigen Film“ 2010 ausgewählt. Und in Russland entpuppte sich Utschitel‘s Film bei seinem Kinostart Ende September gleich als Klassenschlager – mit 2,5 Mill. Dollar Einnahmen an nur einem Wochenende.
Zu leben (Zhit’)
Präsentation des Moskauer Internationalen Filmfestivals „Zwei in Eins“
Regie: Jurij Bykow
Hauptrollen: Denis Schwedow, Wladislaw Toldykow, Konstantin Strelnikow, Aleksej Komaschko, Sergej Zharkow u.a.
Filmvorführung:
Broadway Kino 26.11.10 20:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus 28.11.10 20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Broadway Kino 01.12.10 18:00 Uhr
Frühherbst, eine verlassene ländliche Gegend in Russland. Michail ist wie gewöhnlich auf der Jagd, als er unfreiwillig Zeuge einer Schießerei im Wald wird. Andrej,
ein junger Bandit, flieht vor seinen drei Verfolgern, die ihn töten wollen. Michail hilft ihm, zu entkommen und findet sich selbst plötzlich auf der Flucht vor den
Verfolgern wieder...
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Ein Film, der Fragen aufwirft, denen sich niemand entziehen kann – in einer Zeit, in der scheinbar jeder sich selbst der Nächste ist. „Ich wollte einen klugen Actionfilm drehen“, sagt Jungregisseur Jurij Bykow über seinen Film. „Leben“ ist Bykows erster Spielfilm, nachdem er letztes Jahr mit seinem Kurzfilm „Der Chef“ („Natschalnik“), sein vielversprechendes Debüt als Regisseur gefeiert hatte.
Wie ich den Sommer beendete
(Kak ja provjol etim letom)
Sonntagsmatinee
Regie: Alexej Popogrebskij
Hauptrollen: Grigorij Dobrygin, Sergei Puskepalis
Filmvorführung:
Delphi Filmpalast 28.11.10 11:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus 30.11.10 20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus 02.12.10 20:00 Uhr
Ein Sommer im Ewigen Eis. In völliger Abgeschiedenheit betreiben zwei Männer die Polarstation „Aartschym“ auf einer Insel im Arktischen Ozean: der erfahrene Metereologe
Sergej, der schon hier war, als es noch eine wichtige Forschungsstation war, und der junge Praktikant Pawel, der hier seinen Sommer verbringt – auf der Suche nach einem
Abenteuer, das sich nicht einstellen will...
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Zu seinem polaren Psychothriller hat sich Regisseur Alexej Popogrebskij von den Tagebüchern N. V. Pinegins anregen lassen, der 1912 den russischen Polarforscher Georgi Sedow bei dessen tödlich endendem Versuch begleitete, den Nordpol zu erreichen, und die Popogrebskij als Vierzehnjähriger las. „Seitdem hat mich die Fähigkeit, sich mit Auffassungen von Zeit und Raum abzufinden, die sich von unseren üblichen Einteilungen nach Stunden, Häuserblocks oder U-Bahn-Stationen drastisch unterscheiden, enorm fasziniert. Von solch zwei persönlichen (und unvereinbaren) Raum- und Zeit-Maßstäben erzählt mein Film.“ Popogrebskij, der in Deutschland schon von seinen Filmen „Koktebel“ und „Einfache Dinge“ (2003/ 2007) bekannt ist, hat mit seinem neuen Film endgültig international auf sich aufmerksam gemacht. „Wie ich den Sommer beendete“ nahm als Wettbewerbsfilm an der diesjährigen Berlinale teil und konnte zwei Silberne Bären mit nach Hause nehmen: für die beiden Hauptdarsteller Grigorij Dobrygin und Sergej Puskepalis sowie für die Kameraarbeit von Pawel Kostomarow.
Im Stil des JAZZ (W stile JAZZ)
Regie: Stanislaw Goworuchin
Hauptrollen: Aglaja Schilowskaja, Michal Żebrowski, Jelena Jakowlewa, Wiktor Suchorukow, Olga Krasko, Marat Bascharow, Fjodor Dobronrawow u.a.
Filmvorführung:
Broadway Kino 25.11.10 20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus 26.11.10 18:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Ein Mann und gleich drei hübsche Frauen... Sergej ist nicht nur erfolgreicher Schriftsteller, er hat auch die seltene Gabe, allen Frauen ohne Ausnahme zu gefallen,
egal, welchen Alters oder welcher gesellschaftlicher Stellung. Eines Tages lernt er die junge Irina kennen, die nach einer enttäuschten Liebe beschlossen hat,
nur noch für ihre Arbeit zu leben – was sich aber schnell ändert, als sie sich in Sergej verliebt...
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„Ich mag nur klassische Musik und Jazz – Popmusik gefällt mir nicht, ich verstehe sie nicht und will sie auch nicht verstehen. Ich wollte meinen Film im Stil einer Jazzimprovisation drehen, denn beim Jazz kann jedes der Instrumente zeitweise die Führung übernehmen und ein Solo spielen“, so Regisseur Goworuchin auf die Frage nach dem Titel seines Films.
Stanislaw Goworuchin, geb. 1936, ist Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur zahlreicher Dokumentar- und Spielfilme. Er studierte an der renommierten Moskauer Filmhochschule WGIK und drehte Filme für das Filmstudio Odessa und für Mosfilm. Bekannt wurde er vor allem durch Filme mit Wladimir Wyssozki wie „Sturm in der Steilwand“ (russ. Vertikal, 1967) und „Das vorbestimmte Treffen“ („Mesto wstretschi ismenit nelsja“, 1980), der zu einem Kultfilm der späten Sowjet-Ära wurde. Seit Ende der 90er Jahre dreht er wieder sehr erfolgreiche Filme wie „Der Woroschilow-Schütze“ („Woroschilowskij strelok“, 1999) oder „Gott segne die Frau“ („Blagoslovite zhenschtschinu“, 2003). Sein bekanntester Dokumentarfilm ist ein Interview mit dem Schriftsteller und Dissidenten Alexander Solschenizyn (1992).
Ironie der Liebe (Ironija ljubwi)
Produzenten: Renat Davletiarov, Alexander Kotelewskij
Regie: Alexander Tschernjaew, Jerzhan Rustembekow
Hauptrollen: Aleksej Tschadow, Asel Sagatowa, Irina Rosanowa, Jurij (Goscha) Kuzenko u.a.
Filmvorführung:
Broadway Kino 25.11.10 18:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus 29.11.10 18:00 Uhr
„Ironie der Liebe“ ist die romantische Geschichte von Aschenbrödel und ihrem Prinzen auf dem weißen Schimmel – allerdings mit leichten Abweichungen, denn weder ist sie
Aschenbrödel, noch ist er ein Prinz und das Pferd ist leider auch kein Schimmel...
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Der Film, eine russisch-kasachische Koproduktion, ist eine gelungene Mischung von östlichem Flair mit Elementen des russischen Volksmärchens von der unzugänglichen Schönen und dem verliebten Narren. Ein wunderbarer Anlass, um herzlich zu lachen und sich von der Realität des Alltags ablenken zu lassen – und um sich daran erinnern zu lassen, dass Märchen manchmal wahr werden können...
Orangensaft (Apelssinovyj sok)
Regie: Andrej Proschkin
Hauptrollen: Ingeborga Dapkunajte, Andrej Panin, Aleksandr Jazenko u.a.
Filmvorführung:
Russisches Haus 25.11.10 20:30 Uhr
Broadway Kino 26.11.10 18:00 Uhr
Broadway Kino 28.11.10 20:30 Uhr
Ein schickes Landgut bei Moskau. Drei Menschen haben sich hier zusammengefunden, die außer Geld nichts zu verbinden schient. Steven, schwerreicher Russe aus den USA,
leidet an einer unheilbaren Krankheit und hat beschlossen, seinen Lebensabend in der alten Heimat zu verbringen...
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Ein unterhaltsamer, feinsinniger Film mit viel Situationskomik, der vor allem aus dem ausdrucksstarken Spiel seiner drei Hauptdarsteller und aus den spritzigen Dialogen lebt. Und ein Film für Liebhaber von schönen Bildern und kunstvoller Kameraführung, denn hinter der Kamera stand kein geringerer als Altmeister Vadim Jusow, der sich seit den Sechziger Jahren mit Andrej Tarkowskijs Filmen einen Namen machte.
Der Mann am Fenster (Tschelowek u okna)
Regie: Dmitrij Meschijew
Hauptrollen: Jurij Stojanow, Maria Swonarewa, Sergej Garmasch, Kristina Kusmina, Wladimir Wdowitschenkow u.a.
Filmvorführung:
Russisches Haus 27.11.10 20:30 Uhr
Broadway Kino 28.11.10 18:00 Uhr
Broadway Kino 01.12.10 20:30 Uhr
Einen „einfachen Film über gute Menschen“ nennt Regisseur Dmitrij Meschijiew sein neues Werk. Doch mit der „Der Mann am Fenster“ ist ihm noch mehr gelungen: ein ehrlicher,
feinsinniger und tragikomischer Film von der Liebe, dem großen Spiel namens Leben und der Kunst, darin seinen Platz zu finden...
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„Wir brauchen in Russland jetzt qualitative, ehrliche Filme fürs Publikum“, so Meschijew. Dass ihm das mit „Der Mann am Fenster“ gelungen ist, zeigte sich beim diesjährigen Filmfestival „Kinotaurus“ in Sotschi, wo der Film vom Publikum begeistert aufgenommen wurde – obwohl oder vielleicht gerade weil er kein typischer Festivalfilm ist. Einen Preis konnte der Film dennoch abräumen: Maria Swonarewa, die Dronow´s verzweifelt-leidenschaftliche Ehefrau spielt, bekam den Preis für die beste weibliche Rolle. Verdient hätte eine Auszeichnung allerdings auch Jurij Stojanow – einer der beliebtesten russischen Comedystars –, dem die Rolle des Schura Dronow wie auf den Leib geschnitten scheint.
Sonny (Synok)
Produzent: Rustam Achadow
Regie: Larisa Sadilowa
Hauptrollen: Viktor Suchorukow, Oleg Frolenkow, Oleg Bochan, Jewgenija Simonowa, Ksenija Surkowa u.a.
Filmvorführung:
Russisches Haus 26.11.10 20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Broadway Kino 27.11.10 18:00 Uhr
Broadway Kino 29.11.10 20:30 Uhr
Eine Kleinstadt in der russischen Provinz. Igor Smirnow lebt zusammen mit seinem siebzehnjährigen Sohn Andrej, den er alleine großgezogen und dem er sein ganzes Leben
gewidmet hat. Andrej aber möchte ausbrechen aus dieser engen Vater-Sohn-Beziehung, aus diesem Leben...
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„Sonny“ ist die Geschichte einer komplizierten Beziehung zwischen Vater und Sohn, aber auch ein Film darüber, wie schnell ein ruhiges Leben in eine Katastrophe umschlagen kann – und wie jeder Einzelne darauf reagiert. Regisseurin Sadilowa ist es gelungen, ein eindrückliches und authentisches Bild vom Leben in der russischen Provinz zu zeichnen, mit all seinen Facetten, seinen Vorzügen und Problemen. Interessant, dass die meisten Darsteller, einschließlich des Sohnes Andrej, wirkliche Bewohner der Kleinstadt Trubtschewsk im Westen Russlands sind: „Die ganze Stadt nahm an den Dreharbeiten teil“, so Sadilowa, „es war ein einmaliges Erlebnis.“ Nur die Hauptrolle ist eine Starbesetzung: Viktor Suchorukow, den man in Russland eigentlich von anderen Rollen kennt, spielt eindrucksvoll den stillen, unauffälligen Kleinstädter und aufopfernden Vater und bekam dafür verdientermaßen den Preis für die beste männliche Hauptrolle beim VII. Moskauer Festival des russischen Films 2009.
In Sachen Liebe (Pro Ljuboff)
Regie: Olga Subbotina
Hauptrollen: Fjodor Bondartschuk, Oksana Fandera, Olga Sutulowa, Maria Maschkowa, Jewgenij Stytschkin, Andrej Kusitschew u.a.
Filmvorführung:
Broadway Kino 27.11.10 20:30 Uhr
Russisches Haus 29.11.10 20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus 30.11.10 18:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Dascha, die vor Kurzem nach Moskau gezogen ist, versucht, in der Hauptstadt Fuß zu fassen. Zwar hat sie einen ungewöhnlichen Beruf – sie gibt Unterricht in Rhetorik – aber
ihr Leben unterscheidet sich nicht von dem der meisten Moskauer: viel Arbeit und wenig Geld. Eines Tages aber bekommt Dascha ein lukratives Angebot...
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Der Film basiert auf dem Roman „Kalinka, Kalinka“ von Oksana Robski, eine der erfolgreichsten Autorinnen des modernen Russlands, deren Romane über die neue russische Geldelite sich auch in Deutschland gut verkaufen. Aber in „Über die Liebe“ geht es nicht nur um die Glamourwelt rund um die Moskauer Prachtstraße Rubljowka. Der Film zeigt in zwei Teilen die gleiche Beziehungsgeschichte einmal aus der Sicht Daschas und einmal aus Sicht von Wlad – und beweist damit einmal mehr, das Männer und Frauen in völlig verschiedenen Welten leben.
Die bekannte Theater- und Fernsehregisseurin Olga Subbotina legte mit „Über die Liebe“ ihren ersten Kinofilm vor, der bei seinem Kinostart im September vom Moskauer Publikum begeistert aufgenommen wurde. Zu den wichtigsten internationalen Theaterprojekten, an denen Olga Subbotina mitwirkte, gehören die Hamlet-Inszenierung von Peter Stein und Boris Godunow in der Aufführung des britischen Theaterregisseurs Declan Donnellan. Die Hauptrolle im Film spielt der bekannte Schauspieler und Regisseur Fjodor Bandartschuk, Sohn des sowjetischen Meisterregisseurs Sergej Bondartschuk, der mit seiner Verfilmung des Tolstoj-Romans „Krieg und Frieden“, die 1969 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film bekam, auch internationale Berühmtheit erlangte.

Hinweis
Eine Übersicht über alle Filmvorführungen erhalten Sie unter » Filmprogramm
2008–2010
