Russische Filmwoche in Berlin
2005 2006 2007 2008 2009
2010
2011
2012
2013
Russische Filmwoche Berlin
Filme des
Hauptprogramms

Am Rande der Welt – Kraj

Eröffnungsfilm

Drama2010, 110 min., OmU
Regie: Alexej Utschitel
Hauptrollen: Wladimir Maschkow, Anjorka Strechel, Julia Peresild, Aleksandr Baschirow, Sergej Garmasch, Alexej Gorbunow, Wjatscheslaw Krikunow u.a.
Filmvorführung:
Kino International	24.11.10	19:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus	25.11.10	18:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Broadway Kino	30.11.10	20:30 Uhr
Am Rande der Welt Herbst 1945. Der Krieg ist gerade ein paar Monate vorbei. Ignat, Frontheimkehrer, verschlägt es in eine kleine Siedlung im tiefsten Sibirien, einen Verbannungsort für alle diejenigen, die unter Stalin aus unterschiedlichen Gründen des Vaterlandsverrats bezichtigt wurden... Details »
Ignat, der vor dem Krieg Lokführer war, träumt von nichts anderem, als wieder eine eigene Lok zu fahren, aber er hat einen schweren Stand unter dem misstrauischen und verrohten Volk in der Siedlung mit dem bezeichnenden Namen „Kraj“ („Rand“), vor allem, als er eine Beziehung mit dem schönsten Mädchen im Ort beginnt. Endgültig in Aufruhr gebracht werden die Bewohner Krajs, als Ignat im Wald eine junge Deutsche entdeckt, die sich die ganze Kriegszeit über dort versteckt gehalten hat.

Ein gewaltiger Film mit imposanten Landschaftsaufnahmen und atemberaubenden Szenen, in denen echte Vorkriegs-Lokomotiven durch die Taiga jagen – der aber vor allem eines zeigen will: den Kampf der Menschen um ihre Freiheit und ihre Träume sowie um das Recht, anders zu sein. „In erster Linie wollte ich zeigen, dass es keine ‚Feinde‘ gibt, dass man jeden Menschen lieben kann“, so Regisseur Alexej Utschitel, der sich spätestens seit seinem Film „Gefangen“ („Plennyj“, 2008) einen Namen auch in der internationalen Filmlandschaft gemacht hat. Für seinen neuen Film hat er ein Staraufgebot an russischen Schauspielern mobil machen können. In der Rolle der Deutschen sehen wir übrigens die vielversprechende deutsche Theater- und Filmschauspielerin Anjorka Strechel, die im Filmbusiness bereits als „European star of tomorrow“ gehandelt wird.

Die Dreharbeiten für „Am Rande der Welt“, eine der teuersten und aufwendigsten Produktionen in der russischen Filmgeschichte, dauerten fast zwei Jahre und am Ende war das Drehbuch sage und schreibe 109 Mal umgeschrieben worden. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: Im Oktober wurde der Film von der Russischen Filmakademie als russischer Beitrag für den Wettbewerb um den „Oscar für den besten fremdsprachigen Film“ 2010 ausgewählt. Und in Russland entpuppte sich Utschitel‘s Film bei seinem Kinostart Ende September gleich als Klassenschlager – mit 2,5 Mill. Dollar Einnahmen an nur einem Wochenende.

Zu leben (Zhit’)

Präsentation des Moskauer Internationalen Filmfestivals „Zwei in Eins“

Drama2010, 74 min., OmU
Regie: Jurij Bykow
Hauptrollen: Denis Schwedow, Wladislaw Toldykow, Konstantin Strelnikow, Aleksej Komaschko, Sergej Zharkow u.a.
Filmvorführung:
Broadway Kino	26.11.10	20:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus	28.11.10	20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Broadway Kino	01.12.10	18:00 Uhr
Zu leben Frühherbst, eine verlassene ländliche Gegend in Russland. Michail ist wie gewöhnlich auf der Jagd, als er unfreiwillig Zeuge einer Schießerei im Wald wird. Andrej, ein junger Bandit, flieht vor seinen drei Verfolgern, die ihn töten wollen. Michail hilft ihm, zu entkommen und findet sich selbst plötzlich auf der Flucht vor den Verfolgern wieder... Details »
So machen sich die beiden unfreiwilligen Schicksalsbrüder zusammen auf einen langen und gefährlichen Weg in die Stadt, der nicht ohne Konflikte bleiben kann – zu verschieden sind diese beiden Männer in Charakter und Weltanschauung. Aber das Leben kennt keine Unterschiede, es stellt beide Männer vor die Wahl und zwingt sie, ihrem wahren Ich ins Auge zu blicken...

Ein Film, der Fragen aufwirft, denen sich niemand entziehen kann – in einer Zeit, in der scheinbar jeder sich selbst der Nächste ist. „Ich wollte einen klugen Actionfilm drehen“, sagt Jungregisseur Jurij Bykow über seinen Film. „Leben“ ist Bykows erster Spielfilm, nachdem er letztes Jahr mit seinem Kurzfilm „Der Chef“ („Natschalnik“), sein vielversprechendes Debüt als Regisseur gefeiert hatte.

Wie ich den Sommer beendete
(Kak ja provjol etim letom)

Sonntagsmatinee

Drama2009, 124 min., OmeU
Regie: Alexej Popogrebskij
Hauptrollen: Grigorij Dobrygin, Sergei Puskepalis
Filmvorführung:
Delphi Filmpalast	28.11.10	11:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus	30.11.10	20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus	02.12.10	20:00 Uhr
Wie ich den Sommer beendete Ein Sommer im Ewigen Eis. In völliger Abgeschiedenheit betreiben zwei Männer die Polarstation „Aartschym“ auf einer Insel im Arktischen Ozean: der erfahrene Metereologe Sergej, der schon hier war, als es noch eine wichtige Forschungsstation war, und der junge Praktikant Pawel, der hier seinen Sommer verbringt – auf der Suche nach einem Abenteuer, das sich nicht einstellen will... Details »
Der Sommer im Ewigen Eis geht zu Ende. Während Sergej Vorbereitungen für seine Rückkehr aufs Festland und zu seiner Familie trifft und ansonsten pflichtbewusst wie immer die Station am Laufen hält, versucht Pawel sich irgendwie die Langeweile zu vertreiben. Immer mehr zeigt sich, dass hier zwei Generationen und zwei völlig verschiedene Weltsichten aufeinandertreffen. Als vom Festland eine unvorhergesehene Nachricht eintrifft, gerät die ungleiche Beziehung endgültig außer Kontrolle...

Zu seinem polaren Psychothriller hat sich Regisseur Alexej Popogrebskij von den Tagebüchern N. V. Pinegins anregen lassen, der 1912 den russischen Polarforscher Georgi Sedow bei dessen tödlich endendem Versuch begleitete, den Nordpol zu erreichen, und die Popogrebskij als Vierzehnjähriger las. „Seitdem hat mich die Fähigkeit, sich mit Auffassungen von Zeit und Raum abzufinden, die sich von unseren üblichen Einteilungen nach Stunden, Häuserblocks oder U-Bahn-Stationen drastisch unterscheiden, enorm fasziniert. Von solch zwei persönlichen (und unvereinbaren) Raum- und Zeit-Maßstäben erzählt mein Film.“ Popogrebskij, der in Deutschland schon von seinen Filmen „Koktebel“ und „Einfache Dinge“ (2003/ 2007) bekannt ist, hat mit seinem neuen Film endgültig international auf sich aufmerksam gemacht. „Wie ich den Sommer beendete“ nahm als Wettbewerbsfilm an der diesjährigen Berlinale teil und konnte zwei Silberne Bären mit nach Hause nehmen: für die beiden Hauptdarsteller Grigorij Dobrygin und Sergej Puskepalis sowie für die Kameraarbeit von Pawel Kostomarow.

Im Stil des JAZZ (W stile JAZZ)

Melodram2010, 90 min., OmU
Regie: Stanislaw Goworuchin
Hauptrollen: Aglaja Schilowskaja, Michal Żebrowski, Jelena Jakowlewa, Wiktor Suchorukow, Olga Krasko, Marat Bascharow, Fjodor Dobronrawow u.a.
Filmvorführung:
Broadway Kino	25.11.10	20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus	26.11.10	18:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Im Stil des JAZZ Ein Mann und gleich drei hübsche Frauen... Sergej ist nicht nur erfolgreicher Schriftsteller, er hat auch die seltene Gabe, allen Frauen ohne Ausnahme zu gefallen, egal, welchen Alters oder welcher gesellschaftlicher Stellung. Eines Tages lernt er die junge Irina kennen, die nach einer enttäuschten Liebe beschlossen hat, nur noch für ihre Arbeit zu leben – was sich aber schnell ändert, als sie sich in Sergej verliebt... Details »
Alles sieht nach einer wunderbaren Liebesbeziehung aus, aber dann kommen Irinas Mutter und ihre kleine Schwester Zhenja ins Spiel, die ebenfalls Sergejs Charme erlegen sind und ihn umwerben...

„Ich mag nur klassische Musik und Jazz – Popmusik gefällt mir nicht, ich verstehe sie nicht und will sie auch nicht verstehen. Ich wollte meinen Film im Stil einer Jazzimprovisation drehen, denn beim Jazz kann jedes der Instrumente zeitweise die Führung übernehmen und ein Solo spielen“, so Regisseur Goworuchin auf die Frage nach dem Titel seines Films.

Stanislaw Goworuchin, geb. 1936, ist Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur zahlreicher Dokumentar- und Spielfilme. Er studierte an der renommierten Moskauer Filmhochschule WGIK und drehte Filme für das Filmstudio Odessa und für Mosfilm. Bekannt wurde er vor allem durch Filme mit Wladimir Wyssozki wie „Sturm in der Steilwand“ (russ. Vertikal, 1967) und „Das vorbestimmte Treffen“ („Mesto wstretschi ismenit nelsja“, 1980), der zu einem Kultfilm der späten Sowjet-Ära wurde. Seit Ende der 90er Jahre dreht er wieder sehr erfolgreiche Filme wie „Der Woroschilow-Schütze“ („Woroschilowskij strelok“, 1999) oder „Gott segne die Frau“ („Blagoslovite zhenschtschinu“, 2003). Sein bekanntester Dokumentarfilm ist ein Interview mit dem Schriftsteller und Dissidenten Alexander Solschenizyn (1992).

Ironie der Liebe (Ironija ljubwi)

Romantische Komödie 2010, 100 min., OmU
Produzenten: Renat Davletiarov, Alexander Kotelewskij
Regie: Alexander Tschernjaew, Jerzhan Rustembekow
Hauptrollen: Aleksej Tschadow, Asel Sagatowa, Irina Rosanowa, Jurij (Goscha) Kuzenko u.a.
Filmvorführung:
Broadway Kino	25.11.10	18:00 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus	29.11.10	18:00 Uhr 
Ironie der Liebe „Ironie der Liebe“ ist die romantische Geschichte von Aschenbrödel und ihrem Prinzen auf dem weißen Schimmel – allerdings mit leichten Abweichungen, denn weder ist sie Aschenbrödel, noch ist er ein Prinz und das Pferd ist leider auch kein Schimmel... Details »
Eigentlich ist Asel eine in der Moskauer High Society bekannte Schönheit, Wanja ein unscheinbarer, bebrillter Pflanzenkundler, der noch bei seiner Mutter lebt und gerade als Masseur in der kasachischen Frauen-Nationalmannschaft im Synchronschwimmen jobbt. Man fragt sich, was zwei so unterschiedliche Menschen wohl zueinander bringen kann? Aber die Liebe hat hier ihre eigenen Vorstellungen, und die können manchmal von rechter Ironie sein...

Der Film, eine russisch-kasachische Koproduktion, ist eine gelungene Mischung von östlichem Flair mit Elementen des russischen Volksmärchens von der unzugänglichen Schönen und dem verliebten Narren. Ein wunderbarer Anlass, um herzlich zu lachen und sich von der Realität des Alltags ablenken zu lassen – und um sich daran erinnern zu lassen, dass Märchen manchmal wahr werden können...

Orangensaft (Apelssinovyj sok)

Drama2010, 93 min., OmU
Regie: Andrej Proschkin
Hauptrollen: Ingeborga Dapkunajte, Andrej Panin, Aleksandr Jazenko u.a.
Filmvorführung:
Russisches Haus	25.11.10	20:30 Uhr
Broadway Kino	26.11.10	18:00 Uhr
Broadway Kino	28.11.10	20:30 Uhr
Orangensaft Ein schickes Landgut bei Moskau. Drei Menschen haben sich hier zusammengefunden, die außer Geld nichts zu verbinden schient. Steven, schwerreicher Russe aus den USA, leidet an einer unheilbaren Krankheit und hat beschlossen, seinen Lebensabend in der alten Heimat zu verbringen... Details »
Seine beiden Angestellten sind seinen Launen und seinen Machtspielchen hilflos ausgesetzt, denn beide sind auf sein Geld angewiesen: die junge und resolute Pflegerin Dascha hat mit den Schulden ihres Exmannes zu kämpfen, während Assistenzarzt Jegor, den Steven als seinen persönlichen Hausarzt angestellt hat, Geld für ein besseres Leben in Amerika spart. „Das ist kein frisch gepresster Orangensaft!“ – der allmorgendliche Streit um den Saft ist noch eine der harmlosesten Kapriolen, mit denen Steven Dascha schier an den Rand der Verzweiflung bringt. Im Laufe der Zeit beginnen sich jedoch die Machtverhältnisse innerhalb dieses unfreiwilligen Dreiergespanns zu verschieben und Steven muss merken, dass er Liebe nicht kaufen kann...

Ein unterhaltsamer, feinsinniger Film mit viel Situationskomik, der vor allem aus dem ausdrucksstarken Spiel seiner drei Hauptdarsteller und aus den spritzigen Dialogen lebt. Und ein Film für Liebhaber von schönen Bildern und kunstvoller Kameraführung, denn hinter der Kamera stand kein geringerer als Altmeister Vadim Jusow, der sich seit den Sechziger Jahren mit Andrej Tarkowskijs Filmen einen Namen machte.

Der Mann am Fenster (Tschelowek u okna)

Tragikomödie 2010, 96 min., OmU
Regie: Dmitrij Meschijew
Hauptrollen: Jurij Stojanow, Maria Swonarewa, Sergej Garmasch, Kristina Kusmina, Wladimir Wdowitschenkow u.a.
Filmvorführung:
Russisches Haus	27.11.10	20:30 Uhr
Broadway Kino	28.11.10	18:00 Uhr
Broadway Kino	01.12.10	20:30 Uhr
Der Mann am Fenster Einen „einfachen Film über gute Menschen“ nennt Regisseur Dmitrij Meschijiew sein neues Werk. Doch mit der „Der Mann am Fenster“ ist ihm noch mehr gelungen: ein ehrlicher, feinsinniger und tragikomischer Film von der Liebe, dem großen Spiel namens Leben und der Kunst, darin seinen Platz zu finden... Details »
Theaterschauspieler Schura Dronow scheint das Beste im Leben schon hinter sich zu haben. Im Theater spielt er nur Nebenrollen, und auch auf der Bühne des Lebens läuft das meiste an ihm vorbei. Aber Schura mag das alles nichts anhaben, denn er nimmt als stiller Nebendarsteller teil am Leben der Anderen – er beobachtet sie vom Fenster aus, souffliert ihnen, greift von der Ferne sogar in ihr Schicksal ein... bis eine Begegnung ihn dazu zwingt, wieder zu merken, was in seinem eigenen Leben vor sich geht. Plötzlich kommt alles ins Rollen, und der Mann am Fenster spielt in dem Spiel namens Leben wieder mit...

„Wir brauchen in Russland jetzt qualitative, ehrliche Filme fürs Publikum“, so Meschijew. Dass ihm das mit „Der Mann am Fenster“ gelungen ist, zeigte sich beim diesjährigen Filmfestival „Kinotaurus“ in Sotschi, wo der Film vom Publikum begeistert aufgenommen wurde – obwohl oder vielleicht gerade weil er kein typischer Festivalfilm ist. Einen Preis konnte der Film dennoch abräumen: Maria Swonarewa, die Dronow´s verzweifelt-leidenschaftliche Ehefrau spielt, bekam den Preis für die beste weibliche Rolle. Verdient hätte eine Auszeichnung allerdings auch Jurij Stojanow – einer der beliebtesten russischen Comedystars –, dem die Rolle des Schura Dronow wie auf den Leib geschnitten scheint.

Sonny (Synok)

Drama 2009, 96 min., OmU
Produzent: Rustam Achadow
Regie: Larisa Sadilowa
Hauptrollen: Viktor Suchorukow, Oleg Frolenkow, Oleg Bochan, Jewgenija Simonowa, Ksenija Surkowa u.a.
Filmvorführung:
Russisches Haus	26.11.10	20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Broadway Kino	27.11.10	18:00 Uhr 
Broadway Kino	29.11.10	20:30 Uhr
Sonny Eine Kleinstadt in der russischen Provinz. Igor Smirnow lebt zusammen mit seinem siebzehnjährigen Sohn Andrej, den er alleine großgezogen und dem er sein ganzes Leben gewidmet hat. Andrej aber möchte ausbrechen aus dieser engen Vater-Sohn-Beziehung, aus diesem Leben... Details »
Als ein Mädchen in der Stadt auftaucht, das per Anhalter durch Russland zieht, wie er auf der Suche nach Unabhängigkeit und Abenteuer, bricht Andrej mit ihr in die Freiheit auf – doch ihr gemeinsamer Weg endet bald...

„Sonny“ ist die Geschichte einer komplizierten Beziehung zwischen Vater und Sohn, aber auch ein Film darüber, wie schnell ein ruhiges Leben in eine Katastrophe umschlagen kann – und wie jeder Einzelne darauf reagiert. Regisseurin Sadilowa ist es gelungen, ein eindrückliches und authentisches Bild vom Leben in der russischen Provinz zu zeichnen, mit all seinen Facetten, seinen Vorzügen und Problemen. Interessant, dass die meisten Darsteller, einschließlich des Sohnes Andrej, wirkliche Bewohner der Kleinstadt Trubtschewsk im Westen Russlands sind: „Die ganze Stadt nahm an den Dreharbeiten teil“, so Sadilowa, „es war ein einmaliges Erlebnis.“ Nur die Hauptrolle ist eine Starbesetzung: Viktor Suchorukow, den man in Russland eigentlich von anderen Rollen kennt, spielt eindrucksvoll den stillen, unauffälligen Kleinstädter und aufopfernden Vater und bekam dafür verdientermaßen den Preis für die beste männliche Hauptrolle beim VII. Moskauer Festival des russischen Films 2009.

In Sachen Liebe (Pro Ljuboff)

Melodram 2010, 106 min., OmU
Regie: Olga Subbotina
Hauptrollen: Fjodor Bondartschuk, Oksana Fandera, Olga Sutulowa, Maria Maschkowa, Jewgenij Stytschkin, Andrej Kusitschew u.a.
Filmvorführung:
Broadway Kino	27.11.10	20:30 Uhr
Russisches Haus	29.11.10	20:30 Uhr Filmschaffende anwesend
Russisches Haus	30.11.10	18:00 Uhr Filmschaffende anwesend
In Sachen Liebe Dascha, die vor Kurzem nach Moskau gezogen ist, versucht, in der Hauptstadt Fuß zu fassen. Zwar hat sie einen ungewöhnlichen Beruf – sie gibt Unterricht in Rhetorik – aber ihr Leben unterscheidet sich nicht von dem der meisten Moskauer: viel Arbeit und wenig Geld. Eines Tages aber bekommt Dascha ein lukratives Angebot... Details »
Wlad, erfolgreicher Geschäftsmann, möchte in der Politik mitmischen und braucht für seinen Wahlkampf einen Crashkurs in Rhetorik. Bald entspinnt sich zwischen Dascha und Wlad eine leidenschaftliche Romanze – bis eine zufällige Begegnung mit Wlads Ehefrau Dascha die Augen öffnet.

Der Film basiert auf dem Roman „Kalinka, Kalinka“ von Oksana Robski, eine der erfolgreichsten Autorinnen des modernen Russlands, deren Romane über die neue russische Geldelite sich auch in Deutschland gut verkaufen. Aber in „Über die Liebe“ geht es nicht nur um die Glamourwelt rund um die Moskauer Prachtstraße Rubljowka. Der Film zeigt in zwei Teilen die gleiche Beziehungsgeschichte einmal aus der Sicht Daschas und einmal aus Sicht von Wlad – und beweist damit einmal mehr, das Männer und Frauen in völlig verschiedenen Welten leben.

Die bekannte Theater- und Fernsehregisseurin Olga Subbotina legte mit „Über die Liebe“ ihren ersten Kinofilm vor, der bei seinem Kinostart im September vom Moskauer Publikum begeistert aufgenommen wurde. Zu den wichtigsten internationalen Theaterprojekten, an denen Olga Subbotina mitwirkte, gehören die Hamlet-Inszenierung von Peter Stein und Boris Godunow in der Aufführung des britischen Theaterregisseurs Declan Donnellan. Die Hauptrolle im Film spielt der bekannte Schauspieler und Regisseur Fjodor Bandartschuk, Sohn des sowjetischen Meisterregisseurs Sergej Bondartschuk, der mit seiner Verfilmung des Tolstoj-Romans „Krieg und Frieden“, die 1969 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film bekam, auch internationale Berühmtheit erlangte.

Hinweis

Eine Übersicht über alle Filmvorführungen erhalten Sie unter » Filmprogramm
Filausschnitte
Filmausschnitte aus den Filmen
2008–2010