Russische Filmwoche in Berlin
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Russische Filmwoche Berlin

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„Admiral“  Details »
Historisches Liebesdrama2008, 118 Min.
Regie: Andrej Krawtschuk
Hauptrollen: Konstantin Chabenski, Elisaweta Bojarskaja, Sergej Besrukow
Filmvorführung:
Kino International: 28.11.08, 19:00 Uhr
Broadway Kino: 03.12.08, 20:30 Uhr
Erster Weltkrieg. In der Ostsee prallen die Großmächte Russland und Deutschland aufeinander.
AdmiralKriegsschiffe wälzen sich monumentaler Pracht über die See, Matrosen stürmen an Deck, Kanonen donnern, und auf der Leinwand werden die letzten großen Seeschlachten des 20.Jahrhunderts ausgetragen... mitten in den dramatischen Kriegswirren: Admiral Koltschak, der sich unsterblich in die junge Offiziersfrau Anna Timirova verliebt hat. Doch das persönliche Glück muss warten: die Bolschewiki greifen nach der Macht, und Koltschak beschließt, sein zaristisches Russland mit der Waffe zu verteidigen...

Der Film rief in Russland eine heiße Kontroverse über das Geschichtsbild des Kommunistenfeinds Koltschak hervor. Sechs Millionen Zuschauer strömten bereits in die Kinos, doch die Diskussionen ebben nicht ab: Darf man einen ehemaligen „Volksfeind“ zum neuen Helden machen? Trotz seiner politischen Brisanz überzeugt der Film durch großartige Schauspieler, perfekt inszenierte Schlachtszenen und eine mitreißende Dramaturgie. In bester „Titanic“-Manier zeigt der „Admiral“, dass die russischen Filmstudios längst auf Hollywood-Niveau angekommen sind – Tausende von Komparsen, 24.000 Spezialeffekte und Hollywood-Größe Tom Rolf als Montageur garantieren ein Kinoereignis der Extraklasse.

„Frau an Bord“  Details »
Melodrama2008, 94 Min.
Regie: Stanislaw Goworuchin
Hauptrollen: Wiktor Suchorukow, Anna Gorschkowa, Irina Pegowa
Filmvorführung: Russisches Haus: 29.11.08, 18:00 Uhr
1882. Die Mannschaft des russischen Kriegsschiffs „Der Mutige“ lichtet in San Francisco die Anker und bricht nach Hongkong auf.
Frau am BoardEine abenteuerliche Seefahrt voller Gefahren beginnt. Keine Reise für eine Frau, finden die rauen Seeleute. Doch ihr Kapitän nimmt auf Bitten des Russischen Konsuls eine Passagierin mit an Bord, die zu ihrem amerikanischen Ehegatten nach China soll. Die bildhübsche Frau verdreht allen den Kopf, bis aus ihrem Flirt ernst wird...

„Die Passagierin“ spielt in einer Zeit, als Heldentaten und romantische Liebe den wahren Lebenssinn russischer Offiziere ausmachten. Goworuchin zeigt großes Gefühlskino vor beeindruckender Kulisse, Kinostar Wiktor Suchorukow glänzt als verliebter Kapitän – das betörte nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Juries zweier großer russischer Filmfestivals.

„Wir kommen aus der Zukunft“  Details »
Fantasy-Kriegsfilm2008, 110 Min.
Regie: Andrej Maljukow
Hauptrollen: Ekaterina Klimowa, Danila Kozlowksi, Wladimir Jaglytsch
Filmvorführung:
Russisches Haus: 29.11.08, 20:30 Uhr
Broadway-Kino: 01.12.08, 18:00 Uhr
Eigentlich sind sie Grabräuber. Borman, Tscherep, Tschucha und Spirt wühlen in Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs, um Orden, Papiere und Waffen gewinnbringend an Sammler zu verscherbeln.
Wir kommen aus der ZukunftDoch eines Tages finden sie Kriegstagebücher mit ihren eigenen Fotos. Es beginnt eine Zeitreise zu den grausamen Ereignissen von 1942...

Maljukow hat sich dem klassischen russischen Kinosujet der letzten 60 Jahre, dem «Großen Vaterländischen Krieg», auf ungewöhnliche Art und Weise genähert: Aus Sicht von vier jungen Männern der postmodernen Gesellschaft, die weder Vaterland noch Heldentaten im Kopf haben. In seinem Film prallt die moderne Spaßgesellschaft auf ihre historische Antipode, den totalen Vernichtungskrieg. Ein Kinoexperiment, dass neben der originellen Story durch realistische Kriegsszenen und erstklassige special effects besticht.

„Plus Eins“  Details »
Melancholische Liebeskomödie2008, 96 Min.
Regie: Oksana Bytschkowa
Hauptrollen: Madlen Dschabrajlowa, Jethro Skinner, Wladimir Ilin
Filmvorführung:
Broadway Kino: 29.11.08, 18:00 Uhr
Russisches Haus: 01.12.08, 18:00 Uhr
Mascha, Übersetzerin und Anfang 30, ist ein moderner russischer Großstadtsingle. Ihr Leben – das sind Termine, ihr Anrufbeantworter, und englische Texte bis spät in die Nacht.
Plus EinsDoch dann kommt der englische Puppenspieler Tom nach Moskau. Und ausgerechnet die spröde Mascha soll für den irrwitzigen Künstlerhippie sein Puppenseminar übersetzen. Tom kennt keine Tabus, also muss Mascha plötzlich Kondom-Großeinkäufe dolmetschen und sieht sich beim spontanen Tangotanz im Restaurant Teller und Tassen zerdeppern. Ein Alptraum für das Mauerblümchen. Doch auf einmal beginnt sie zu lächeln...

Regisseurin Oksana Bytschkowa, die schon mit ihrem Debüt, der romantischen Komödie Piter FM, einen echten Hit an den russischen Kinokassen landete, gelingt es, ihre Mascha behutsam auf die Suche nach der wunderbaren Leichtigkeit des Seins zu schicken, ohne dass der Film zu einer banalen Hollywood-Komödie verkommt. Bytschkowas Geheimnis ist wohl, dass sie sich Zeit für ihre Charaktere nimmt. Der triste Moloch Moskau macht dabei mit seiner Heldin eine traumhafte Verwandlung durch, bringt komische, ja poetische Momente hervor, so dass der Zuschauer sich schon bald in einem neuen Paris wähnt. Eine wunderschöne, melancholische Hommage an das Leben und die Liebe.

„Er löscht das Licht“  Details »
Thriller2008, 86 Min.
Regie: Andrej Libenson
Hauptrollen: Alexej Gusjkow, Ekaterina Wilkowa, Artur Smoljaninow
Filmvorführung:
Broadway-Kino: 29.11.08, 20:30 Uhr
Russisches Haus: 30.11.08, 18:00 Uhr
Ganz Petersburg lebt in Angst und Schrecken, denn Jeden Mittwoch geschieht es: Ein geheimnissvoller Unbekannter erdrosselt Mädchen zwischen acht und zwölf.
Er löscht das LichtKeine Vergewaltigung, kein unnötiges Quälen – einfach Mord, jeden Mittwoch, monatelang. Die Polizei tappt im Dunkeln, und der Mörder scheint Spaß an dem perversen Versteckspiel zu haben: er lässt den hartgesottenen Kommissar Mojseew ganz dicht an sich heran – um im nächsten Moment wieder erbarmumgslos zuzuschlagen. Doch dann kommt Mojseew auf eine heiße Spur, die in die Provinsstadt Soligorsk führt...

Libenson hat durch ausgezeichnete Schnitttechnik die kalte, feindliche Atmosphäre der Provinzstat eingefangen, die den Mörder hervorgebracht hat; es liegt eine mystische Bedrohung und quälende Ungewissheit á la Twin-Peaks in der Luft, gleichzeitig treibt Libenson die Spannung wie in den besten Hollywoodthrillern auf den Höhepunkt, so dass der Mörder überall zu sein scheint – und nirgends.

Die erste russische Jagd nach einem Serienmörder bleibt bis zur letzten Minute spannend. Nichts für schwache Nerven.

„Der Gefangene“  Details »
Kriegsdrama2008, 80 Min.
Regie: Alexej Utschitel
Hauptrollen: Wjatscheslaw Krikunow, Pjotr Logatschov, Irakli Mschalaja
Filmvorführung:
Broadway Kino: 01.12.08, 20:30 Uhr
Russisches Haus: 30.11.08, 20:30 Uhr
Wenn russische Regisseure sich an den Tschetschenien-Krieg wagen, erwartet man bestenfalls Polemik, im schlimmsten Fall Propaganda. Auf keinen Fall bei einem Film wie dem von Alexej Utschitel.
Der GefangeneEr erzählt die Geschichte von zwei russischen Soldaten, die einen jugendlichen tschetschenischen Gefangenen zu ihrer Truppe durch die Berge eskortieren. Der erfahrene Soldat Rubacha (Krikunov) übernimmt bald die Vaterrolle für seinen jüngeren Kameraden Wovka (Logatschov) und den tschetschenischen Jungen Djamal, um den er sich mit freundschaftlichem Wohlwollen kümmert. Doch der Weg durch die Berge ist gefährlich, denn überall lauern tschetschenische Verbände. Kann Rubacha seinem tschetschenischen Schützling Djamal vertrauen? Die ungleiche Dreiertruppe steuert auf die tödliche Katastrophe zu, die im Krieg zum Alltag geworden ist...

Utschitel bleibt seiner Herkunft als Dokumentarfilmer treu und zeigt den Krieg nüchtern als schnelle Abfolge von existenzieller Angst und drögem Dahinvegetieren. Dieser Krieg kennt keine Helden, nur verlorene Menschen, die leben wollen. Vielleicht kümmert sich Rubacha deshalb so um den hübschen Djamal, weil er wieder an das Schöne, an die Menschen glauben will, denn Schönes, erklärt er dem Jungen, „gibt es im Krieg sehr wenig.“

„Indigo“  Details »
Futurethriller2008, 95 Min.
Regie: Roman Prygunow
Hauptrollen: Iwan Jankowski, Michail Efremow, Maria Schukschina, Artjom Tkatschenko
Filmvorführung:
Broadway Kino: 30.11.08, 18:00 Uhr
Russisches Haus: 02.12.08, 18:00 Uhr
Andrej und seine Freunde sind keine normalen Jugendlichen. Sie sind Indigo, Kinder der Großstadt mit einem sechsten Sinn, die mit Tieren sprechen oder durch Wände blicken können.
IndigoIhre Eltern und die Gesellschaft beäugen sie misstrauisch, also verbünden sich die fünf Verstoßenen der Zukunft und schlagen sich gemeinsam auf der Straße durch. Bis eines Tages ein bleicher Kerl mit irrem Blick und Fistelstimme auftaucht, der einen Jugendlichen nach dem anderen auf geheimnissvolle Art in den Selbstmord treibt. Die Indigo müssen sich wehren...

Ein mitreißender Thriller, in dem die mal schwebende, mal blitzschnelle Kameraführung den Zuschauer auf eine rasante Jagd durch den Großstadtdjungel mitnimmt. Artjom Tkatschenko spielt den geheimnissvollen Irren dabei so überzeugend, dass dem Zuschauer bei jeder Großaufnahme der Atem stockt, ohne dass nur ein Tropfen Blut vergossen würde. Nicht nur für Jugendliche ein echtes Kinoerlebnis.

„Lebe und Erinnere“  Details »
Drama – Nach einer Novelle von Walentin Rasputin – 2008, 100 Min.
Regie: Alexander Proschkin
Hauptrollen: Darja Moroz, Michail Ewlanow, Sergej Makowezki
Filmvorführung:
Russisches Haus: 01.12.08, 20:30 Uhr
Broadway-Kino: 02.12.08, 18:00 Uhr
1944. Andrej, Soldat der Roten Armee, verlässt das Schlachtfeld und kehrt zurück in sein Dorf. Aber nicht als Held.
Lebe und ErinnereEr ist desertiert – ein geradezu moralisches Vergehen im totalitären Sowjetstaat, der die Bevölkerung unaufhörlich für den letzten Siegeszug mobilisiert. Deshalb muss Andrej um sein Leben fürchten. Er flüchtet in den Wald und vertraut sich nur seiner Frau Nastja an. Als Nastja merkt, dass sie schwanger ist, spitzt sich die Situation zu: Für die Dorfbewohner ist sie nun die untreue Ehefrau. Bald machen zudem Gerüchte die Runde, dass Andrej gar nicht verschollen sei...

Proschkin hat ein eindringliches Drama über Liebe, Vertrauen und den Kampf mit gesellschaftlichen Normen geschaffen. Gleichzeitig lässt er auf der Leinwand das russische Dorf wieder auferstehen, das mit seinen Ritualen und eisernen Regeln Jahrtausende existierte, aber heute praktisch verschwunden ist. Proschkin war tief beeindruckt von dessen Bewohnern, „diesen einzigartigen Menschen, die mit ihrer Heimaterde verwachsen sind“, und widmete ihnen und ihrem vom Aussterben bedrohten Mikrokosmos seinen Film.

2008 wurde Proschkin für seine Regiearbeit auf dem Festival „Kinoteatr“ in Sotschi ausgezeichnet, vor kurzem eröffnete „Lebe und Erinnere“ das Festival des Modernen Russischen Kinos in London.

„Vier Jahreszeiten der Liebe“  Details »
Liebesdrama2008, 95 Min.
Regie: Sergej Mokritzkij
Hauptrollen: Lia Achedschakova, Igor Jasulowitsch, Alexej Serebrjakow
Filmvorführung:
Broadway Kino: 30.11.08, 20:30 Uhr
Russisches Haus: 02.12.08, 20:30 Uhr
Dass die vier Novellen nach den Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter benannt sind, mag dem anspruchsvollen Kinobesucher Angst machen: Wird er ein kitschig-pathetisches Liebesdrama vorgesetzt bekommen? Weit gefehlt.
Vier Jahreszeiten der LiebeRegisseur Sergej Morkitzki legt mit seinem Filmdebut einen Art-House-Film vor, der nicht nur mit den Klischee-Erwartungen der Zuschauer spielt, sondern sie auch schonungslos offen mit den schmerzvollen Erfahrungen menschlicher Liebe konfrontiert, sei es elterliche Liebe für den verloren geglaubten Sohn, die unerfüllte, verzweifelte Sehnsucht der alten Jungfer nach dem Mann für's Leben, oder die zur banaler Gereiztheit verkommene Liebe des alten Ehepaars. Die vier Novellen, Adaptionen biblischer Sujets, sind durch leichte Allusionen miteinander verwoben und ergeben ein filigranes Gesamtbild, in dem die Liebenden an Grenzen gehen, sie überschreiten, komisch und verzweifelt wirken – ohne dass die Kamera von ihrer direkten und kommentarlosen Erzählperspektive abweicht.

Kein Wunder, dass sich die große sowjetische Schauspielerin Lia Achedschakova ohne Zögern entschloss, in dem Erstlingswerk von Morkitzki mitzuwirken. Sie brilliert an der Seite ihres Partners Igor Jasulowitsch. Beide spielen das winterlichen Rentner-Ehepaar so hilflos und festgefahren, dass dem Zuschauer das ironische Schmunzeln im nächsten Moment zu Eis gefriert. Ein kunstvoll inszeniertes Stück über die Leichtigkeit und Schwere des Menschseins.

„Wildes Feld“  Details »
Drama2008, 108 Min.
Regie: Michail Kalatozischwili
Hauptrollen: Oleg Dolin, Daniela Stojanowitsch, Alexander Ilin
Filmvorführung:
Broadway Kino: 02.12.08, 20:30 Uhr
Russisches Haus: 03.12.08, 20:30 Uhr
Kasachische Steppe, soweit das Auge reicht. Der Himmel wölbt sich in klarem Blau über der kargen Hügellandschaft.
Wildes FeldTräge bläst ein mächtiger Wind durch die Gräser, erhebt Staub und zerrt an den Fensterläden von Mitjas Behausung. Der junge Arzt soll sich um die Bewohner der Steppe kümmern. Und sie kommen alle zu ihm: mit Alkoholvergiftungen, mit kranken Tieren, mit ihren Ängsten. Er ist ihre Anlaufstelle in der Einsamkeit und alltäglichen Gleichgültigkeit der Steppe, hört ihnen zu, pflegt körperliche und seelische Wunden. Bis eines Tages Mitjas Verlobte aus der Großstadt in die Steppe kommt...

Ein Film wie die großartig fotografierte kasachische Landschaft: weitläufig und melancholisch, gleichzeitig von einer wilden Schöhnheit, in die sich die sehnsüchtig schwebende Musik wundersam einfügt.

Auf der Biennale in Venedig bekam Wildes Feld den Art Cinema Award verliehen. Bereits einige Monate vorher begeisterte der Film die Jury auf dem wichtigsten russischen Filmfestival „Kinotaurus“ in Sotschi; „Wildes Feld“ erhielt Preise für das beste Drehbuch und die beste Filmmusik, außerdem den Kritikerpreis des Festivals.

Hinweis

Eine Übersicht über alle Filmvorführungen erhalten Sie unter Filmprogramm »
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